Wortkunst


Über den Spitz

Der Faule

"Heute nach der Schule gehen, 

Da so schönes Wetter ist? 

Nein! Wozu denn immer lernen, 

Was man später doch vergißt!

Doch die Zeit wird lang mir werden, 

Und wie bring' ich sie herum? 

 

Spitz! komm her! dich will ich lehren 

Hund, du bist mir viel zu dumm!

Ja, du denkst, es geht so weiter, 

Wie du's sonst getrieben hast? 

Nein, mein Spitz, jetzt heißt es lernen. 

Hier! Komm her! Und aufgepaßt!

So – nun stell dich in die Ecke – 

Horch! den Kopf zu mir gericht't – 

Pfötchen geben! – So! – noch einmal! 

Sonst gibt's Schläge! – Willst du nicht?

Andre Hund' in deinem Alter 

Können dienen, Schildwach stehn, 

Können tanzen, apportieren, 

Auf Befehl ins Wasser gehn.

Was? du knurrst? du willst nicht lernen? 

Seht mir doch den faulen Wicht! 

Wer nichts lernt, verdienet Strafe, 

Kennst du diese Regel nicht?"

 

Horch! – Wer kommt? – Es ist der Vater, 

Streng ruft er dem Knaben zu: 

"Wer nichts lernt, verdienet Strafe! 

Sprich! und was verdienest du?"

Robert Reinick

"Spitz, wahre dich!"

Ironischer Zuruf für den, der unbesonnen wie ein Spitzhund, mit jedem Händel anfängt.

Wenn man den Spitz prügeln will, so hat er die Gänse gejagt.

Altes Sprichwort

Demokratische Spitze beissen in seidene Strümpfe gern Ritze.

Altes Sprichwort

Spitz wie Nachbars Lumpi.

Alte Weisheit

Was gehn den Spitz die Gänse an

Es war einmal ein kleiner Spitz,

der glaubt, er wär zu allem nütz,

und kam ihm etwas in die Quer,

da knurrt und brummt und bellt er sehr.

 

Nun wackelt einst von ungefähr

Frau Gans mit ihrem Mann daher,

und vor den lieben Eltern wandern

die Kinderchen, eins nach dem andern.

 

Und wie sie um die Ecke biegen,

da schreien alle voll Vergnügen:

„Seht doch die Pfütze da! Kommt hin!

Wie herrlich muss sich's schwimmen drin!"

 

Das sieht Herr Spitz und bellt sie an:

„Weg da! Weg da! Nun seht doch an!

Wie könnt ihr euch nur untersteh'n,

ins Wasser so hinein zu geh'n?

 

Wenn ich nicht wär dazugelaufen,

ihr müsstet jämmerlich ersaufen!"

Das macht der alten Gans nicht bange:

sie zischt ihn an wie eine Schlange.

 

Da zieht mein Spitz sein Schwänzchen ein

und lässt die Gänse Gänse sein;

doch knurrt er noch im vollen Lauf:

„Nun wer ersaufen will, ersauf!"

 

Die Gänse aber, trotz dem Spitze,

sie schwelgen recht in ihrer Pfütze;

und immer noch aus weiter Fern

hört bellen man den weisen Herrn.

 

Bell er, soviel er bellen kann!

Was geh'n den Spitz die Gänse an?

Robert Reinick (1805 - 1857)

"Kumm Spitz, hi sticheln se up uns" soa de Scheper to sinem Hund, ass de Prester van'n guoden Hörden preddigt.

Altes Sprichwort - Schlingmann (1217)

Der Spitz

Die schlichte Schönheit dieses Hundes,
den Charme, das wache Temperament,
preist jedermann bewegten Mundes,
der einen Spitz sein eigen nennt.

 

Mit Recht! Dies Tier ist auserlesen
des deutschen Hauses Schutz zu sein,
und uns durch anmutsvolles Wesen,
durch Treu’ und Klugheit zu erfreu’n.

Nenn' mir einen Hund mit Sympathie,
Genügsamkeit und hübsch wie nie,
Klug soll er sein, mit Charme und Witz...
- Zweifellos, das ist der Spitz!

Kläffer

Wir reiten in die Kreuz und Quer'

Nach Freuden und Geschäften;

Doch immer kläfft es hinterher

Und billt aus allen Kräften.

 

So will der Spitz aus unserm Stall

Uns immerfort begleiten,

Und seines Bellens lauter Schall

Beweis't nur, daß wir reiten.

Johann Wolfgang von Göthe

Der Spitzhund

Ein Spitzhund ließ sich's wohl schmecken bei einer vollen Schale Milch. Ein hungriges Mäuschen kam herzu und bat um ein Almosen. Pack dich, sprach Spitz; es mundet mir selber gar zu prächtig! Und dabei jagte er die Bettlerin in ihr nahes Loch.

 

Während er aber voller Eifers davor lag und kratzte und schnoberte, schlich Miezchen herbei, leerte das Gefäß und kletterte rasch auf eine Leiter.

Da hatte der Spitz das Nachsehen und mußte sich den Bart wischen; Miez aber schnurrte: Geiz bestraft sich selbst!

Theodor Colshorn


Über den Hund im Allgemeinen

Jeder, der nicht weiß wie Seife schmeckt,

hat noch nie einen Hund gewaschen.

Franklin P. Jones

Durch Zugabe von Beifuß zum Futter lässt sich die Unterordnung des Hundes nicht verbessern.

Wer Tiere quält, ist unbeseelt und Gottes guter Geist ihm fehlt. Mag noch so vornehm drein er schauen, man sollte niemals ihm vertrauen.
Johann Wolfgang von Goethe

Gib dem Menschen einen Hund

und seine Seele wird gesund.

Hildegard von Bingen

Daß mir der Hund das Liebste sei,

sagst du o Mensch, sei Sünde?

Der Hund blieb mir im Sturme treu

der Mensch nicht mal im Winde.

Franz von Assisi

Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.

Friedrich II. der Große

Als Fellwechsel bezeichnet man die Zeit, in der das Fell vom Hund auf den Besitzer wechselt.