Wolf im Hundepelz

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[Meinung] Immer wieder kann man feststellen, daß Menschen das Äußere eines Hundes sehen, sich verlieben und schwups, schon zieht der neue Hausgenosse ein. Vergessen wird hierbei jedoch gern, daß das Aussehen eines Hundes in der Regel aus zweckdienlichen Gründen so ist, wie es ist. Die Hunderasse X hat also ihr Exterieur weniger deswegen bekommen, weil es einem bestimmten Geschmack entsprach, sondern weil es für die spezielle Aufgabe des Hundes nützlich war:

 

Wozu also hat der Dackel so kurze Beine? Nicht weil es lustig aussieht, sondern um in einen Dachsbau zu passen. Dementsprechend hat der Dackel auch das dazu passende Gemüt, denn es braucht wirklich Cojones, um in den Marderbau zu gehen und den Marder in dessen Wohnzimmer zu erledigen.

 

Warum hat der Aussie so bunte Farben? Nicht, um damit ganz besonders oder mal "anders" auszusehen und als Modehund zu fungieren, sondern damit ihn der Schäfer von den Schafen unterscheiden kann.

 

Wozu stellt der Weimaraner seine Vorderpfote hoch? Um Wild anzuzeigen und aus keinem anderen Grund.

 

Der Jack-Russell-Terrier ist eigentlich gar kein Reitbegleithund, sondern ein Hofhund, der diesen von Ratten und Mäusen freihält. Für den Ausritt gibt es den Dalmatiner, der eben drum kein lustiger Punkthund ist, sondern ein Sport-Hund mit immenser Ausdauer, der daher auch ein entsprechendes Maß an Bewegung braucht.

 

Der Schäferhund als seinem Menschen treuer, folgsamer und unglaublich ergebener Hund, ist kein Beisser für den Hundeplatz oder den Schutzdienst, sondern eben ein Schäfer(!!)-Hund!

 

Wieso sehen Herdenschutzhunde so kuschelig aus? Um allen Witterungen trotzen zu können, leben sie doch dauerhaft innerhalb einer Viehherde und beschützen diese.

 

Das Gleiche gilt für den Spitz: kuschelig, um draußen jedes Wetter auszuhalten, nicht um des Menschen Teddybärchen zu sein. Zudem verleiht die Kuscheligkeit ja auch eine gewisse Imposanz. Die geringelte, auf dem Rücken getragene Rute des Spitzes signalisiert dem Gegenüber, daß er es hier mit jemandem zu tun hat, der sehr, sehr selbstbewußt ist. Dies ist auch sehr zielführend, wenn man als mittelgroßer Hund einen ganzen Hof bewachen soll. Da braucht es schon Ausstrahlung!

 

Der Retriever apportiert wie ein Wahnsinniger irgendwelche Spielzeuge, weil er ein Jagdhund ist, der geschossene Enten aus dem Wasser holt, um sie dem Jäger zu bringen.

 

Der Hovawart ist - wie der Name schon sagt - ein Hofwächter, er ist territorial und verteidigt sein Revier.

 

Man sollte sich immer genau über die Rasse, die einem gefällt, informieren, sonst hat man am Ende das Nachsehen, wenn dann der putzige Welpe zum Wolf im Hundepelz mutiert und zu Hause so vehement das Sofa verteidigt, daß Mutti seit neuestem Inkontinenzeinlagen braucht....

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